Weihnachten

Superharmonische Weihnachten

Deutschland sucht erneut den Superstar,
weil der letzte gar nicht super war,
als, nachdem so feierlich erkoren,
er den guten Ton ganz schnell verloren.

Unser Fernseh‘n lobt das Superhirn,
das es schafft, ohne sich zu ver(w)irrn,
die Million ganz hurtig abzuräumen,
von der Pisas Jünger lang schon träumen.

Unsre Wirtschaft schaut verstört zurück,
hat schon längst nicht mehr das Superglück,
in der Vollbeschäftigung zu leben,
mit Erfolg nach Wachstum stets zu streben.

Den Ministern fehlt heut‘ alles Geld,
für Super-Geschenke an die Welt,
drum mag sie jetzt niemand richtig leiden,
sollen schnell aus ihren Ämtern scheiden.

Auf der Suche nach dem Superkick,
immer höher mit ‘nem Gummistrick,
abzuspringen in den Urlaubswochen,
hat sich mancher das Genick gebrochen.

Ich dagegen suche Harmonie,
die erklingt wie eine Symphonie,
hilft die müden Seelen aufzurichten,
Freundschaften beständig zu verdichten.

Wärme, Liebe und Bescheidenheit
möcht‘ ich pflegen in der Weihnachtszeit.
Lasst zusammen uns die Wochen nutzen,
unsre Ansprüche zusammenstutzen,

wieder in das Herz des Nächsten schaun,
nach ‘nem Streit stets gold’ne Brücken baun,
auf das wirklich Wichtige besinnen,
dann werden wir super viel gewinnen.

                          
© seele@seelenhafen  Advent 2003

 

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