Einsamkeit

             

            Zusammengekauert im Sessel,
            sakraler Musik lauschend,
            sitze ich bei Kerzenschein.
            Die Augen geschlossen - alleine.

            Nur ja alles um mich herum vergessen ...
            Meine Gedanken gehen auf Reisen,
            in ein anderes Leben, eine andere Welt.

            Trauer und Leichtigkeit,
            Unruhe und Frieden,
            Angst und Zuversicht,
            Schmerz und benommene Glückseligkeit
            breiten sich aus in mir.

            Meine Arme umklammern beide Knie,
            fester und immer fester.
            Nichts kann mir entfliehen,
            kein Gefühl, kein Gedanke, nicht einmal die Kälte in mir.

            Unten im Haus vernehme ich erste Stimmen,
            ganz fern, wie durch einen Nebel, unverständlich.
            Ich mag sie nicht hören,
            sie stören meinen Bund.
            Noch fester greifen meine Arme.

            Schritte auf der Treppe,
            vertraute Stimmen reden,
            aber nicht mit mir.
            Nur kein Geräusch machen,
            in Stille verharren - unbewegt.

            Vieles hat man mir genommen,
            zu viel,
            nur die Einsamkeit nicht,
            sie gehört mir auf ewig.

           

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